Kaltakquise als Selbstständiger: was erlaubt ist und wie dein erster Brief aussieht
Du willst Kunden außerhalb deines Netzwerks. Du bittest ChatGPT um eine Akquise-Mail und bekommst einen Text, den jeder hätte schicken können.
Kurze Antwort
Kaltakquise heißt: Kontakt zu einem möglichen Kunden, der dich nicht kennt und nicht darum gebeten hat. Werbung per E-Mail braucht in Deutschland auch bei Unternehmen grundsätzlich eine ausdrückliche Einwilligung. Ein Brief per Post ist grundsätzlich erlaubt. Schreib als Selbstständiger einen persönlichen Brief an einen gut gewählten Wunschkunden. Der Brief stützt sich auf drei Dinge: dein Kundenprofil, eine passende Leistung und einen Beleg.
Keepstone gibt deiner KI dieses Wissen vorab mit.
Was ist Kaltakquise?
Bei der Kaltakquise kennt dich die andere Seite noch nicht. Bei der Warmakquise gibt es schon eine Verbindung: ein früherer Kunde, eine Empfehlung oder jemand, der auf deiner Website war.
Als Selbstständiger hast du wenig Zeit. Jeder erste Kontakt muss also sitzen.
Ist Kaltakquise erlaubt?
Das hängt vom Kanal ab. Die IHK fasst § 7 UWG so zusammen (Niederrheinische IHK, Werbung per Telefon, Brief und E-Mail, Stand März 2022):
- E-Mail: auch bei Unternehmen grundsätzlich nur mit ausdrücklicher Einwilligung. Eine Adresse auf Visitenkarte oder Briefkopf reicht nicht. Eine Ausnahme gibt es nur bei Bestandskunden.
- Telefon: bei Unternehmen nur mit mutmaßlicher Einwilligung. Dass dein Angebot nützlich sein könnte, reicht dafür nicht.
- Brief: grundsätzlich erlaubt. Wer keine Werbung mehr will, bekommt keine mehr. Das gilt auch für einen Aufkleber am Briefkasten.
Werbenachrichten über Online-Portale und soziale Netzwerke behandelte das OLG Hamm wie E-Mail-Werbung. LinkedIn nennt das Gericht dabei als Beispiel (Hinweisbeschluss vom 17.05.2023, 18 U 154/22, laut IT-Recht Kanzlei).
Dieser Ratgeber ist keine Rechtsberatung. Im Zweifel frag deine IHK oder einen Anwalt.
Wie schreibst du den ersten Brief?
Fünf Schritte. Den ersten machst du vor dem Schreiben, die anderen vier stehen im Brief.
- Wähl einen Wunschkunden. Nicht "der Mittelstand", sondern eine Art Betrieb, für die du schon gearbeitet hast.
- Nenn den Anlass. Eine Stellenanzeige, ein neuer Standort, ein Beitrag des Inhabers. Etwas, das zeigt: Dieser Brief geht nicht an hundert Betriebe.
- Biete eine Leistung an. Die, die zum Anlass passt, nicht dein ganzes Angebot.
- Gib einen Beleg. Ein vergleichbarer Auftrag, beschrieben mit Rolle und Branche. Einen Kundennamen nur, wenn der Kunde einverstanden ist.
- Lass die andere Seite entscheiden. Nenn Telefonnummer und E-Mail-Adresse, damit sich der Betrieb melden kann, wenn es passt.
Beispiel: derselbe Akquise-Brief ohne und mit Kontext
Jana Weber ist selbstständige Lohnbuchhalterin in Leipzig (erfundenes Beispiel). Sie arbeitet vor allem für Handwerksbetriebe mit 10 bis 40 Leuten. Sie sieht, dass ein Elektrobetrieb in ihrer Gegend fünf neue Stellen ausgeschrieben hat.
Beide Briefe sind für diesen Ratgeber geschrieben, zur Veranschaulichung. Es sind keine gespeicherten Antworten einer KI.
Ohne Kontext. Jana bittet ihre KI um ein Akquise-Schreiben für ihre Lohnbuchhaltung. Ein Brief ohne Kontext kann so aussehen:
Sehr geehrte Damen und Herren,
mein Name ist Jana Weber und ich bin eine erfahrene Lohnbuchhalterin mit Leidenschaft für Zahlen. Ich unterstütze Unternehmen jeder Größe bei allen Fragen rund um Lohn und Gehalt. Gern stelle ich mich Ihnen in einem einstündigen Kennenlerngespräch vor.
Mit freundlichen Grüßen, Jana Weber
Mit Kontext. Dieselbe Bitte, aber die KI kennt Janas Leistungen, ihre Kunden als Rolle und Branche, ihre Arbeitsweise und ihren Ton. Jana gibt nur den Anlass mit:
Betreff: fünf neue Elektriker und Ihre Lohnabrechnung
Guten Tag [Name],
Sie suchen gerade fünf neue Elektriker. Für einen Handwerksbetrieb ähnlicher Größe habe ich letztes Jahr die Lohnabrechnung übernommen, als er von 15 auf 25 Leute wuchs. Jede Abrechnung kam pünktlich. Wenn das bei Ihnen gerade ein Thema ist, rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir.
Jana Weber, Lohnbuchhaltung für Handwerksbetriebe, [Adresse, Telefon, E-Mail]
Was anders ist:
- Der Anlass steht im ersten Satz. Jana stellt sich nicht zuerst vor.
- Eine Leistung, die zum Anlass passt, nicht das ganze Angebot.
- Der Beleg ist ein Auftrag mit Rolle und Branche, ohne Kundennamen.
- Der Betrieb entscheidet, ob er sich meldet. Erst dann geht es per E-Mail weiter.
- Der Ton ist Janas, nicht der einer Broschüre.
Wie hilft eine KI, die dein Unternehmen kennt, bei der Kaltakquise?
Sie schreibt den ersten Brief aus deinen eigenen Leistungen, Kunden und deinem Ton. Du gibst nur den Anlass mit.
Ohne dieses Wissen erklärst du bei jedem Brief neu, was du machst. Oder du bekommst einen Brief wie den ersten oben.
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Kunden stehen im Second Brain standardmäßig als Rolle und Branche. So kann deine KI einen vergleichbaren Auftrag nennen, ohne Kundennamen. Mehr über Kundendaten und KI steht im Ratgeber ChatGPT und die DSGVO.
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Findet Keepstone Kunden für dich?
Nein. Keepstone sucht keine Kunden für dich. Keepstone enthält keine Adresslisten. Keepstone verschickt nichts.
Das Second Brain hilft dir beim Schreiben. Wen du anschreibst und ob du den Brief abschickst, entscheidest du.
Checkliste: dein Akquiseplan auf einer Seite
- Beschreib deinen Wunschkunden in einem Satz: Art des Betriebs, Größe und Region.
- Wähl jeden Monat eine kleine Zahl von Betrieben, die dazu passen.
- Such pro Betrieb einen Anlass.
- Schreib pro Betrieb einen Brief mit den fünf Schritten oben.
- Schick keine Werbe-E-Mail ohne Einwilligung. Wer keine Post mehr will, bekommt keine mehr.
- Notier, wer reagiert hat und was funktioniert hat.
Dein erster Brief beginnt mit dem, was deine KI schon weiß.
Keepstone sorgt dafür, dass deine KI deine Leistungen, deine Kunden als Rolle und Branche und deinen Ton kennt. Du füllst ein Formular aus, lädst Texte hoch, die du schon hast, und machst ein Interview. Keepstone will innerhalb eines Werktags nach deinem Interview liefern.
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